1.Fallbeispiel: "Wer kennt es nicht? Der Kleiderschrank voll und doch nichts anzuziehen!"
Kundin: beauftragt mich mit ihr gemeinsam den Kleiderschrank auszumisten.
Ich komme in die Wohnung, sehe mir vor Ort die Situation an und dann beginnen wir.
Die 3 Kisten: Schatz, Wiederverwertung, Müll werden aufgestellt-
jedes Regal des Kleiderschranks wird nach und nach ausgeräumt:
Die Kundin nimmt jedes Kleidungsstück in die Hand und ich unterstütze den Entscheidungsprozess
durch folgende Fragen: "Ist
dies ein Lieblingsstück?"
"Wann haben Sie es zuletzt getragen?"
"Was mögen Sie an diesem Stück besonders? Farbe? Material? Schnitt?"
"In welche Kiste kommt es?"
Diese Kundin ist einige Male
unsicher, weil sie bestimmte Kleidungsstücke schon lange nicht mehr
getragen hat und so ermuntere ich sie schnell reinzuschlüpfen. Kaum hat sie es
an, weiß sie warum sie
es lange nicht getragen hat. Entweder nicht mehr passend (Größe) od. Farbe
ungünstig od. ungünstiger Schnitt.
Ich gebe auf Nachfragen meine Meinung kund, da ich auch eine Ausbildung zur Farb- und Stilberaterin habe.
Jetzt fällt die Entscheidung leichter und so arbeiten wir nach und nach den ganzen Kleiderschrank durch.
Die Sachen aus der Schatzkiste
werden in die gesäuberten Regale eingeräumt. Ordnungssystem entweder
nach Farben, od. gleiches zu gleichem , also alle T-Shirts zusammen, alle
Pullover, alle Hosen,...
Für die Sachen aus der Wiederverwertungskiste bekommt die Kundin entweder meine
Adressen von karitativen
Organisationen, die sich über saubere Kleidung freuen oder ich transportiere sie
dorthin. In diesem Fall wünscht
sich die Kundin einen sofortigen Abtransport von mir. Der Müllsack wird
gleich entsorgt, die anderen Säcke mit
den unpassenden, ungeliebten Sachen werden von mir danach zur
Bassena/Gratis-Bazar (soziales Projekt) gebracht.
Im Kleiderschrank befinden sich nun übersichtlich die Lieblingskleidungsstücke meiner Kundin und mein Auftrag ist beendet.
Mail am nächsten Tag: "Als ich
heute morgen vor dem Kleiderschrank stand konnte ich sofort meine Kleiderwahl
treffen,
denn ich sah nur mehr meine Lieblingskleidung - die sonst oft total versteckt
unter denen lag, die
ganz sicher nicht anziehen konnte oder wollte. Heute - ein wunderbares Erlebnis!
Danke"E.F.
2.Fallbeispiel: " Ausmisten vor einer Übersiedlung"
Mein Kunde ein älterer Herr auf dem Lande will Ende des nächsten Monats in eine kleine Wohnung in die Stadt übersiedeln.
Problem: der Hausrat und Erinnerungsstücke seiner verstorbenen Frau( gemeinsamer Haushalt) muss drastisch reduziert werden.
Es wird ein Ganztagsprojekt.
1. Schritt ist die gemeinsame Begehung aller Räume , damit ich einen Überblick
bekomme.
Dann versuche ich durch Fragen zu ermitteln wo es am wichtigsten wäre
anzufangen. Es wird der Keller, da dort kistenweise
die Kleidung und Erinnerungsstücke von der verstorbenen Gattin verstaut sind.
Eine Kiste nach der anderen hebe ich auf den
Tisch und dann beginnen die Entscheidungen. Was bleiben darf, was gehen muss.
Durch die Notwendigkeit der radikalen
Reduzierung ist mein Kunde sehr entscheidungsfreudig - noch dazu als ich ihm die
Möglichkeiten aufzeige, dass er auch
Lieblingsstücke seiner Gattin fotografieren kann und dann auch noch weiter
die Erinnerung an sie hat, jedoch mit ganz geringen Platzaufwand.
Die Kleidung der Gattin ist
sehr schnell erledigt, da mein Kunde nichts behalten möchte. So trenne ich
einfach in wegwerfen
( nicht mehr tragbar) und weitergeben an die Caritas.
Da viele Stücke schon wirklich
alt sind, mache ich den Vorschlag, dass er einen Antiquitätenhändler zu sich
kommen lässt und
und die Dinge an diesen verkauft. Adressen bekommt er von mir. Diese Stücke
werden gesondert in eine Schachtel gepackt mit der
Aufschrift: Händler. Antiquarische Bücher, da verweise ich auf ein bekanntes
Antiquariat - kommen in eine Extrakiste.
So arbeiten wir uns den ganzen
Tag( zwischendurch gibt's immer mal Pausen) durch den Keller und die sortierten
Kisten häufen sich.
Diese werden groß beschriftet mit ihrem Zielort (Charitas,
Gruft,
Umsonstladen,..), da der Sohn sie abtransportieren wird .
Um gleich mehr Platz zu haben, lade ich alle Müllsäcke und Kisten in mein Auto
und transportiere sie im Anschluss auf
den Mistplatz. Ich weise auch noch auf die Möglichkeit des Verschenkens oder
Verkaufens per Internet hin und lasse für
den Sohn die entsprechenden Homepages da.
Wir werden im Keller fertig( 7
Std. exkl. Pausen) und ich bespreche mit meinem Kunden wie er ohne mich
weitermachen kann.
Er bekommt ein Konzept -eine Checkliste der nächsten anfallenden Arbeiten, die
Wiederverwertungsadressen von mir und den
Hinweis, dass er bei Fragen mich jederzeit kontaktieren kann.